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Loslassen – ganz einfach, oder?

Loslassen – Warum uns das so schwerfällt und welche Vorteile uns daraus entstehen können

Das Thema einer meiner Yogastunden war „Loslassen“. Als ich angefangen habe mich mit dem Thema zur Vorbereitung intensiv zu beschäftigen, dachte ich noch, dass ich eine Meisterin im Loslassen bin. Ja klar. Ich bin doch schließlich die, die sich leicht von Sachen trennt. Weder der Kleiderschrank noch andere Schränke im Haushalt sind überfüllt. Regelmäßig miste ich aus und gebe rigoros nicht mehr benötigte Sachen weg. Ich träume von einem Leben im Tinyhaus.

Aber reicht das schon, um eine Meisterin zu sein im Loslassen? Na ja, ruft dann diese Stimme in meinem Kopf. Du hast deinen sicheren Job mit viel Erfahrung und Erfolg gekündigt, um in die Selbstständigkeit zu gehen. Dann bist du sicher eine Meisterin im Loslassen. Ich tauche also weiter ein in meine Stundenvorbereitung.

Dann dieser Yinyogaworkshop mit dem Thema Herbst, Loslassen und wer bin ich? Bäm. Ich bemerke plötzlich, dass ich die Augen vor den Dingen, die mich blockieren, schließe. Ich will sie nicht sehen. Ich schiebe sie unbewusst zur Seite. Dunkle Seiten habe ich nicht. Ich bin reflektierte Yogini, Coach, Mediatorin, Unternehmerin, Führungskraft und seit Jahrzehnten mit den Themen der Persönlichkeitsentwicklung vertraut. Also? Richtig: Meisterin im Loslassen. Oder vielleicht doch nicht?

Mittlerweile besuche ich Workshops, bei denen ich denke, das hätte ich auch hingekriegt (vielleicht sogar besser). Trotzdem mache ich sie nicht. Biete ich diese Workshops gar nicht an. Warum eigentlich nicht? Ach ja, dann fällt es mir wieder ein. Ich bin ja auch ohne diese Themen schon voll ausgelastet mit meiner Hausverwaltung und außerdem bin ich nicht gut genug. Wer bitte sollte denn den Workshop bei mir buchen? Aber eine kleine Stimme in meinem Kopf flüstert leise, aber dennoch sehr eindringlich: „Ist das wirklich wahr? Ist das der Grund, warum du nicht endlich voll durchstartest? Wie wäre es, wenn du dich endlich traust und dir die Zeit dafür einfach nimmst?“

Oje. Dann meine Yogastunde. Loslassen. Vorbeugen. Yin-Sequenzen. Wer will ich sein? Was möchte ich in mein Leben einladen und was möchte ich gehen lassen, weil es mir nicht guttut? Puh. Gut, auf dem Weg ins Yogastudio beim Hören meiner Playlist für die Stunde, habe ich zwar ein paar Tränen verdrückt aber nach der Stunde geht es ab ins Büro. Schnell verdrängen, was da gerade so hochkommen wollte. Keine Zeit und Angst vor den möglichen Erkenntnissen. Das ganz normale Leben eben. Oder?

Und weißt du was? Ich spüre gerade sehr deutlich, dass ich noch lange keine Meisterin im Loslassen bin. Aber ich bin schon ganz gut. Ich kann schon vieles loslassen. Außerdem merke ich, dass es da noch mehr gibt, was losgelassen werden möchte. Und ich habe mir vorgenommen, dieses Thema tiefer in den nächsten Wochen anzugehen. Nicht nur im Außen will ich loslassen. Ich stelle mich dem Loslassen in mir. Denn es gibt viele Dinge in meinem Leben, an denen ich festhalte, die mir nicht guttun. Ich habe so unglaublich viele alte Glaubenssätze, die mich begleiten, so unglaublich viele Erwartungen, die ich an mich selber stelle. Ich muss funktionieren. Ich muss immer 150 % geben. Wenn ich das nicht tue, bin ich nicht gut genug. Und dabei versuche ich irre viele Dinge zu tun, und mache dabei nichts richtig und aus vollem Herzen. Meine Konzentration springt von links nach rechts. Mein Fokus verliert sich, kann sich nicht festlegen. Mein Kopf will entscheiden, schaltet das Herz und den Bauch aus und weiß dann doch nicht, was ich will.

Warum fällt es mir so schwer wirklich loszulassen? Ich kann es dir sehr konkret sagen. Es gibt Millionen von Gründen unbewusst an Dingen festzuhalten, indem ich mich gar nicht erst damit beschäftige. Indem ich sie verdränge und verleugne. Ich habe nämlich Angst mich einigen Dingen zu stellen. Sicherheit will ich nicht aufgeben und mache mich dadurch unfrei. Was denken dann die anderen über mich? Triumphieren Sie über mich und sagen: „Siehst du, ich habe es doch gewusst. Die Frau Fander, die taugt nichts. Die kann nichts und wird niemals erfolgreich sein“. Ich will nicht aufgeben – oder soll ich lieber sagen loslassen? Denn schließlich will ich diesen Menschen keine Angriffsfläche bieten. Ich habe Angst davor, dass ich nicht genug Liebe gebe, weil mein Herz von einer sehr sehr hohen Mauern umgeben ist. Denn schließlich darf ich mir – gerade in meinem Job als Hausverwalterin – nicht alles zu Herzen nehmen. Ich darf nicht weich sein. Das durfte ich schon als Bankerin nicht. Und wer gibt mir denn die Garantie, dass mich Yogacoaching glücklich macht?

So kann ich natürlich weiter machen. Ich kann dafür sorgen, dass mein Körper sich wieder mehr und mehr verspannt. Ich kann dafür sorgen, dass ich mich täglich mit Arbeit und Menschen umgebe, die mir nicht guttun. Ich kann dafür sorgen, dass ich irgendwann mit dem Gedanken sterbe, was wäre gewesen wenn?

Und weißt du was? Mein Herz und mein Bauch wissen schon sehr lange, dass ich das nicht will. Ich will in Liebe geben, ich will frei sein, ich will Yoga machen, ich will Yoga und Coaching an andere weiter geben, ich will helfen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, ich will ganz viel lachen, ich will Zeit haben für mich und Menschen, die mir wichtig sind. Und daher habe ich eine sehr wichtige Entscheidung getroffen. Ich lasse noch mehr los. Ich gehe jetzt ohne Hemmungen los und begrüße die Dinge, die in mir hochkommen und gehe sie an. Ich weiß schließlich wie das geht und ich lasse mich professionell auf meinem Weg unterstützen.

Erzähle mir doch mal, wie das bei dir mit dem Loslassen so klappt. Ich freue mich auf deine Geschichte. Und wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, kontaktiere mich gerne. Ich helfe dir gerne deine Blockaden zu entdecken und loszulassen.

Namaste liebe Leserin und lieber Leser.